Skip to main content

Die Online-Identitätsprüfung ist heute ein zentraler Bestandteil digitaler Geschäftsprozesse. Unternehmen müssen sicher feststellen können, wer eine Dienstleistung nutzt, einen Vertrag abschließt oder Zugriff auf sensible Daten erhält. Das betrifft Banken, Versicherungen, Telekommunikationsanbieter, Plattformen, Behörden, HR-Abteilungen und Unternehmen, die Verträge vollständig digital abwickeln möchten. 

Eine Online-Identitätsprüfung kann je nach Verfahren unterschiedlich ablaufen. Manche Lösungen setzen auf ein Videogespräch, andere auf automatisierte Dokumentenprüfung, Bankdaten oder die Online-Ausweisfunktion. Besonders relevant wird die elektronische Identifizierung, wenn sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur verbunden ist. Erst diese Kombination ermöglicht sichere, schnelle und rechtswirksame digitale Abschlüsse. 

Warum Unternehmen auf elektronische Identifizierung setzen

Digitale Prozesse sind nur dann effizient, wenn Identität, Zustimmung und Vertragsabschluss ohne Medienbruch möglich sind. Wer einen Antrag online ausfüllt, danach aber eine manuelle Prüfung oder Papierunterschrift benötigt, verliert Zeit und erhöht die Kosten.

Eine digitale Identitätsprüfung unterstützt Unternehmen vor allem in vier Bereichen:

  • Sicherheit – Schutz vor Identitätsdiebstahl und gefälschten Dokumenten
  • Compliance – Einhaltung gesetzlicher und branchenspezifischer Anforderungen
  • Effizienz – schnellere Bearbeitung und weniger manuelle Prüfungen
  • Nutzererlebnis – Abschluss ohne Filiale, Postweg oder persönlichen Termin

Welche Methode passt, hängt vom Risiko und vom Anwendungsfall ab. Eine Kontoeröffnung hat andere Anforderungen als ein HR-Onboarding, ein Versicherungsvertrag oder eine Altersprüfung. Deshalb gibt es nicht das eine beste Verfahren, sondern passende Lösungen für unterschiedliche Szenarien.

Die wichtigsten Verfahren der Online-Identitätsprüfung

Zu den häufigsten Verfahren der Online-Identitätsprüfung gehören VideoIdent, AutoIdent, eID-Verfahren, BankIdent und PostIdent. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie die Identität nachgewiesen wird und wie stark der Prozess automatisiert ist. 

VideoIdent

Beim VideoIdent spricht die Nutzerin oder der Nutzer per Videoverbindung mit einer geschulten Person. Dabei werden Ausweisdokument, Sicherheitsmerkmale und Gesicht abgeglichen. Das Verfahren ist etabliert und wird häufig in regulierten Branchen eingesetzt. Nachteile sind die Abhängigkeit von Kameraqualität, Internetverbindung und teilweise von Servicezeiten. 

AutoIdent

AutoIdent ist stärker automatisiert. Die Person fotografiert oder scannt ihr Ausweisdokument und nimmt meist zusätzlich ein Selfie oder eine kurze Videoaufnahme auf. Software prüft Dokumentenmerkmale, Gesicht, Lebendigkeit und mögliche Manipulationen. Das Verfahren ist schnell, skalierbar und nutzerfreundlich, benötigt aber starke Schutzmechanismen gegen Betrug, Deepfakes und manipulierte Dokumente.

eID-Verfahren und Online-Ausweisfunktion

Beim eID-Verfahren wird die elektronische Identität aus einem geeigneten Ausweisdokument genutzt. In Deutschland ist besonders die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises, des elektronischen Aufenthaltstitels oder der eID-Karte relevant. Für die Nutzung braucht die Person in der Regel ein aktiviertes Dokument, eine PIN und ein kompatibles Smartphone oder Lesegerät. Dieses Verfahren bietet ein hohes Sicherheitsniveau, weil Identitätsdaten direkt aus dem elektronischen Ausweis übermittelt werden.

BankIdent und PostIdent

Bei BankIdent wird die Identität über eine bestehende Bankbeziehung oder Kontoinformationen bestätigt. Das kann bequem sein, ist aber nicht für jeden Anwendungsfall ausreichend. PostIdent ist eine etablierte Alternative, je nach Variante jedoch nicht vollständig digital. Für moderne digitale Prozesse ist es häufig eher eine Ausweichlösung.

VideoIdent, AutoIdent und eID-Verfahren im Vergleich

VideoIdent eignet sich gut, wenn eine persönliche Sichtprüfung gewünscht oder erforderlich ist. Es ist nachvollziehbar und vielen Nutzern bekannt, jedoch weniger skalierbar als automatisierte Verfahren. 

AutoIdent ist besonders stark, wenn viele Identitätsprüfungen schnell und rund um die Uhr durchgeführt werden müssen. Es passt zu digitalen Plattformen, Versicherungen, HR-Prozessen, Telekommunikation und Vertragsabschlüssen. Entscheidend ist jedoch die Qualität der Betrugserkennung. Eine zuverlässige Lösung muss nicht nur Dokumente auslesen, sondern auch Manipulationen und Angriffe erkennen.

Das eID-Verfahren mit Online-Ausweisfunktion ist besonders interessant für Behörden, regulierte Prozesse und sicherheitskritische Anwendungen. Der praktische Nachteil liegt in den Voraussetzungen auf Nutzerseite – Nicht alle Personen haben die Funktion aktiviert, kennen ihre PIN oder sind mit dem Ablauf vertraut.

Kurz zusammengefasst:

  • VideoIdent – stark bei persönlicher Kontrolle, aber weniger skalierbar
  • AutoIdent – schnell, automatisiert und nutzerfreundlich
  • eID-Verfahren – sehr sicher, aber an technische Voraussetzungen gebunden
  • BankIdent – bequem, aber abhängig vom Anbieter
  • PostIdent – bewährt, aber oft weniger effizient

Qualifizierte elektronische Signatur – Warum Identitätsprüfung und Signatur zusammengehören

Für viele Unternehmen endet der digitale Prozess nicht mit der Identitätsprüfung. Nach der elektronischen Identifizierung muss häufig ein Vertrag, ein Antrag, eine Erklärung oder eine Vollmacht unterschrieben werden. Genau hier wird die qualifizierte elektronische Signatur wichtig.

Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist die stärkste Form der elektronischen Signatur in der EU. Sie ist besonders relevant, wenn hohe Beweiskraft, regulatorische Sicherheit und rechtswirksame digitale Vertragsabschlüsse gefragt sind. 

Eine QES setzt eine verlässliche Identifizierung der unterzeichnenden Person voraus. Deshalb gehören digitale Identitätsprüfung und qualifizierte elektronische Signatur in vielen Prozessen zusammen. Erst diese Verbindung ermöglicht einen rechtssicheren Ablauf ohne Papier, Drucker, Scan, Kurier oder persönlichen Termin.

Typische Einsatzbereiche sind Arbeitsverträge, HR-Dokumente, Versicherungsanträge, Finanzdokumente, B2B-Verträge, Vollmachten und Onboarding-Prozesse mit hoher Verbindlichkeit. Für Unternehmen ist diese Kombination besonders wertvoll, weil Nutzer sich online identifizieren und direkt im selben Prozess unterschreiben können. Das reduziert Abbrüche, beschleunigt Abschlüsse und schafft klare Nachweise.